Über die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN)

Deutsche Minderheiten gibt es in vielen Ländern in Europa und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die meisten nehmen an der gemeinsamen Arbeit in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), dem größten Dachverband autochthoner und nationaler Minderheiten teil.

Unter dem Dach der FUEN sind die deutschen Minderheiten und deren Verbände in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) organisiert. Die AGDM ist ein Gremium, welches den Austausch und die Zusammenarbeit der Verbände der deutschen Minderheiten ermöglicht. Die Jahrestagung der AGDM dient der direkten Begegnung der Akteure und wird genutzt um mit politischen Entscheidungsträgern in Dialog zu treten und zukunftsweisende Programme zu entwickeln. Der gegenseitige Besuch bei ansässigen Minderheiten und/oder die Beschäftigung mit einem thematischen Schwerpunkt geben zusätzliche und neue Impulse für das eigene Engagement.

Die AGDM beheimatet unterschiedliche Gruppen von deutschen Minderheiten: Die Verbände der deutschen Minderheiten in Ostmitteleuropa versuchen seit der politischen Wende 1989 länderspezifische Programme zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Mehrheits- und Minderheitengesellschaft durchzuführen. Die Verbandsarbeiten in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion befinden sich hingegen in unterschiedlichen Phasen des Organisationsprozesses, bei dem die AGDM diese zu unterstützen versucht. Zudem sind die deutschen Minderheiten und Sprachgemeinschaften in Westeuropa, wie etwa in Nordschleswig/Dänemark, Teil der AGDM. Sie befinden sich in einer stabilen Lage, da sie politisch eingebunden sind und in der Gesellschaft einen festen Platz besitzen. Bei aller Verschiedenheit der deutschen Minderheiten im Ausland gilt der Bezug zu Deutschland, der deutschen Sprache und der deutschen Kultur als tragendes Element. Organisiert unter dem Dach der AGDM ist die Gestaltung des politischen Dialogs und der politischen Partizipation mit den Entscheidungsträgern in der Bundesrepublik Deutschland ein wichtiges Anliegen für die Verbände der deutschen Minderheiten. Sie sehen sich und ihre multikulturellen Kompetenzen als Bereicherung für eine interkulturelle Entwicklung ihrer Herkunftsländer.

Die AGDM wurde 1991 in Budapest gegründet und vereint aktuell 21 Verbände. Um die Belange der Verbände und ihr Beitrag zur Vermittlung deutscher Sprache und Kultur sowie zur gesellschaftlichen Entwicklung besser bekannt und sichtbar zu machen wurde im Jahre 2015 die AGDM Koordinierungsstelle in Berlin eingerichtet, gefördert vom Bundesministerium des Innern.

Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (Federal Union of European Nationalities - FUEN)

Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (Federal Union of European Nationalities – FUEN) Europa hat über 800 Millionen Einwohner vom Nordatlantik bis zum Ural, vom Nordkap bis zum Mittelmeer. In den mehr als 47 Ländern leben über 400 Minderheitengemeinschaften, Volksgruppen und kleine Völker. Die über 400 Minderheitengemeinschaften zählen mehr als 100 Millionen Angehörige in ganz Europa. Ausgehend aus historischen und politischen Ereignissen gibt es fast kein Land Europas ohne Minderheiten. Sie sprechen Regional- und Minderheitensprachen, sie prägen die sprachliche Vielfalt des Kontinents.

Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten/Federal Union of European Nationalities (FUEN) ist die zivilgesellschaftliche Vertreterin und die Dachorganisation der autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen in Europa. Die FUEN vertritt die Interessen der Minderheiten auf regionaler, nationaler und insbesondere auf europäischer Ebene. Die FUEN setzt sich ein für den Schutz, die Förderung und die Erhaltung der Sprache, Kultur, Identität und Rechte der europäischen autochthonen, nationalen Minderheiten und der Regional- oder Minderheitensprachen.

Die FUEN wurde 1949 in Paris gegründet. Im Mittelpunkt stand die Idee, ein Europa der Regionen auf föderaler Grundlage als Instrument der Friedenssicherung zu schaffen. Die Forderung nach der Stärkung der Regionen war die richtige Antwort. Der dem Regionalismus innewohnende Respekt vor den kulturellen, sprachlichen und nationalen Unterschieden prägt das Selbstverständnis und die Zielsetzung der Organisationen unter dem Dach der FUEN bis zum heutigen Tag.

In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern werden viele Veranstaltungen mit europäischem Kolorit und von europäischem Rang durchgeführt. Die FUEN veranstaltet seit 1949 jedes Jahr einen Kongress, das größte Treffen der autochthonen Minderheiten in Europa. Neben dem Kongress finden auch die Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaften der slawischen, türkischen und deutschen Minderheiten statt. Zu den herausragenden Projekten der FUEN gehören die Bürgerinitiative Minority Safepack unter dem Titel „Eine Million Unterschriften für die Vielfalt Europas“ und die EUROPEADA, eine Fußball-Europameisterschaft der autochthonen und nationalen Minderheiten.

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